Artikel/Presse-Zitate:
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                                            Fuldaer Zeitung, Samstag, 8. Juli 2017
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 KUNSTFORUM INTERNATIONALonline, JUNI 2017

                                 
Foto: Aktion „a performancelife“ mit Siglinde Kallnbach, Athens Bürgermeister Georgos Kaminis (Mitte) und Kassels OB Bertram Hilgen, Kassel, Juni 2017, Foto: privat
http://www.verein-a.performancelife.com/

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KUNSTFORUM International, Bd.248/249, Aug. – Sept. 2017

Seit 2001 führt die Künstlerin Siglinde Kallnbach ihr Projekt „a performancelife“ durch. Auf Leinwänden, Textilien und anderen Bildträgern begann sie, durch Unterschriften oder kurze Grußworte Bekundungen zur Empathie für Krebspatienten zu sammeln. Nach den Terroranschlägen der letzten Jahre in Paris, Nizza, Brüssel, Istanbul oder Berlin veränderte sie bei diesem interaktiven Projekt den Focus auf Gesten der Solidarität mit den Opfern dieser Anschläge. Die beschrifteten Tableaux schickt sie anschließend an die Bürgermeister der betroffenen Städte. An den Preview-Tagen der documenta war Siglinde Kallnbach in Kassel und bat dort Politiker, Künstler, Kuratoren und Passanten, ihr Mitgefühl mit den Opfern des jüngsten Terrorschlags in London auszudrücken. An der Aktion beteiligten sich u.a. auch der d 14-Leiter Adam Szymczyk und die Co-Kuratoren Hendrik Folkerts und Dieter Roelstraete, Bundesfinanzminister a.D. Hans Eichel, der Kasseler Ob Bertram Hilgen sowie sein Athener Amtskollege Georgos Kaminis. Als kurze Zeit später Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum 175 jährigen Jubiläum des Zentralen Dombauvereins Köln besuchte, bekam die Künstlerin auch von ihm und der first lady Elke Büdenbender eine Unterschrift, außerdem von Domprobst Gerd Bachner, dem Dombaumeister Peter Füssenich und anderen Vertretern der Lokalprominenz.

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Neuste Badische Nachrichten, Kultur, 2.2.2017

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KUNSTFORUM INTERNATIONAL, Band 246, 2017
 
                  
BU:              Siglinde Kallnbach, Stückwerk-Performance
                   im Frauenmuseum Bonn zur Vernissage der Ausstellung
                  „Weibliche Reformation.../Künstlerpaare“, Jan. 2017

500 Jahre Reformation – zum Jubiläum des Protestantismus gibt’s „Luther Nudeln“ und „Luther Quietschentchen“ als Devotionalien im Kirchen-Merchandising, aber auch ernsthafte künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Wirken des Wittenberger Reformators. Den Auftakt machte zu Jahresbeginn das Frauenmuseum Bonn mit der Ausstellung „Weibliche Reformation – von der Pfarrfrau zur Bischöfin“
(bis 1. Nov. 2017)
,
denn bekanntermaßen sorgte Luthers Ehefrau Katharina von Bora für die wirtschaftliche Grundlage der Familie – die Studenten des Theologieprofessors wurden von ihr mit Kost und Logis gegen Entgelt versorgt, auch mit selbstgebrautem Bier (dem aber auch Luther selbst gerne zusprach). Ab dem 20. Mai 2017 findet in der Lutherstadt Wittenberg die „Weltausstellung Reformation“ statt, die 16 Wochen lang in verschiedene „Themenwochen“ eingeteilt ist, mit einer Festwoche zu Beginn und einer Abschlusswoche. Zentraler Ausstellungsort für die dreiteilige Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ vom 19. Mai bis zum 17. September 2016 ist das ehemalige Gefängnis von Wittenberg, das für das Projekt „Reformation 2017“ eigens instand gesetzt und öffentlich zugänglich gemacht wird. Parallel dazu werden die Matthäus-Kirche in Berlin und die Karlskirche in Kassel bespielt
.... ... ...

KUNSTFORUM INTERNATIONAL, Band 246, 2017
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Kunstakademie Karlsruhe: Performance von Siglinde Kallnbach
Foto: Siglinde Kallnbach, Performance, Köln, 2015 von Erika Josuweck
"Versuche" nennt Siglinde Kallnbach ihre Performance, zu der sie für den 31. Januar 2017 (19 Uhr) in die Staatl. Kunstakademie Karlsruhe eingeladen ist. Grundthema ihrer Performances (die sie heute "Stückwerke" nennt) sind Zuspitzungen von Fragen nach den Bedingungen und Gefährdungen von Existenz, von Leben und Überleben. "Gefährdete Zeiten" erleben wir ja gerade in unseren Tagen, wo sich in verschiedenen Ländern terroristische Anschläge häufen. Was sich aus diesem weiten Assozionsfeld von "Existenz", "Gefahr" oder auch "Angst" künstlerisch in motivliche Koordinierungen und in inhaltliche Analogiebildungen überführen lässt, zeigt sich in der Performance als Metapher auf die Einheit von Kunst und Leben als Ideal und als Notwendigkeit zugleich. Dabei zählt Edvard Munchs „Der Schrei“ neben den Werken van Goghs und den Arbeiten Frida Kahlos zu jenen kunsthistorischen Vorläufern, die Siglinde Kallnbach am meisten faszinieren. In Kallnbachs Performances gehrt es immer um die Verletzlichkeit des Körpers, um Körperbeherrschung aus Ausdruck persönlicher Souveränität, d.h. Gesundheit, Unversehrtheit und damit physische Stärke sind funktionale Voraussetzungen für das jeweilige subjektive Empfinden eines Individuums, die persönliche Selbstbestimmung in Würde durchsetzen zu können. www.kunstakademie-karlsruhe.de
KUNSTFORUMINTERATIONAL online, Jan. 2017
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Bonner General-Anzeiger, Feuilleton , Sa/so 14./15. Januar 2017
über Ausstellung "Katharina von Bora" und "Künstlerpaare" im Frauenmuseum Bonn
(über dn Betrag von S. Kallnbach und Jürgen Raap)
"... Siglinde Kallnbach, die einst mit ihrer Performance zur Hexenverfolgung im Frauenmuseum verstörte, ist mit dem provokanten, aggressiven Bilderbogen
Jürgen Raaps zu sehen.
Das spannenste Paar dieser Ausstellung."
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Die Zöch in den Veedeln - viel Rückenwind für die Jecken
Ehrenfeld - Von Künstlern inspiriert

"... Schon seit Jahren ist die Künstlergruppe "a performancelife" dabei,
die mit fantasievollen Kostümen und Wagenmotiven beeindruckte. ..."

                                                                     Kölner Stadtanzeiger, 10.02.2016
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Als einzigsten Verweis auf alle Veedelszüge: im "Kölner Express" (10.2.16)
unter der Headline
"So hilft uns der Karneval - Köln kommt wieder in die Spur"
"Jecke Stimmung bis zum letzten tollen Tag:
Bei den Veedelszügen herrschte mittags auch in Ehrenfeld
an der Venloer Strasse (Foto) eine fantastische Atmosphere."
ein halbseitiges Foto, das einen Ausschnitt aus unserer Gruppe
im Köln-Ehrenfelder Dienstagszug zeigt.
"... Die Zeichen standen nach den Silvesterübergriffen, der Terrorangst
und - ja - wegen des Wetterberichts auf Sturm. Doch Köln,
seit Wochen Ziel berechtigter Kritik, aber auch überzogener Hähme,
hat die tollen Tage gemeistert..."
Darunter Statements von
Tom Buhrow, Jürgen Mathies, Norbert Walter Borjans, 
Ludwig Sebus, Sven Lehmann, Bernhard Mattes,
Josef Sommer, Henriette Reker, Ulf Reichardt, Michael Garvens

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                                            Fuldaer Zeitung, 10.01.2016
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  band Saar zum Jahrestag der Ermordung der Pariser Karikaturisten vom 7.Jan.bis zum 21.Februar 2016

... Unmittelbar nach den Anschlägen in Paris vom 13. November 2015 sammelte sie (Siglinde Kallnbach) auf einer Schiffsreise durchs westliche Mittelmeer im Rahmen ihres Projekts "a performancelife" auf Leinwänden 5 000 Unterschriften zur Bekundung der Solidarität und Empathie mit den Opfern und übersandte sie an die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Diese bedankte sich in einem persönlichen Brief bei der Künstlerin:sie sei über die Botschaften der Menschen "sehr berührt.Die Terroristen wollten das angreifen,was Paris in den Augen der ganzen Welt verkörpert, nämlich eine Lebensart, die sich auf der Freiheit, der Toleranz und dem Respekt gegenüber allen Verschiedenheiten gründet. Aber sie haben damit keinen Erfolg, sondern verstärken damit nur unsere Entschlossenheit, unsere Werte der Welt- offenheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit zu verteidigen und zu befördern, was auch die Botschaften in den Unterschriften in sehr schöner Weise bezeugen."    KUNSTFORUM INTERNATIONAL, Bd. 238, Febr./März 2016

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"Nous sommes Paris": Künstlerin Siglinde Kallnbach 
Foto: Kölner Stadtanzeiger/Hennes

Aktion zum Gedenken an die Terror-Opfer
Paris - Siglinde Kallnbach gestaltet Bilder
           mit 5000 Unterschriften

Am Abend des 13. Nov. packte Siglinde Kallnbach gerade ihre Koffer, als sie die Nachricht von den Terroranschlägen in Paris hörte. "Davor war ich voller Vorfreude auf meine Reise - und dann waren da so viele andere Gefühle", sagt die 59 jährige Künstlerin. "Mir gefällt die französische Lebensart, die von den Terroristen angegriffen wurde." Nach einer schlaflosen Nacht brach sie zu ihrer geplanten Reise, einer Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer, auf - im Gepäck hatte sie Leinwände, Papier und Stifte, denn sie wollte ein Zeichen der Solidarität setzen. An Bord und bei Landgängen unter anderem in Barcelona und Neapel, sprach sie mit Menschen über die Anschläge und sammelte Unterschriften. Keiner hat "Nein!" gesagt. Über 5000 Unterschriften habe sie gesammelt.
Zurück in Köln hat sie die Signaturen in ihrem Ehrenfelder Atelier eingescannt und am Computer zu dem Bilderzyklus "a performancelife pour Paris" zusammengefügt". Einen Abzug hat sie bereits an die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, geschickt. Ähnliche Projekte hat Kallnbach, die aus Hessen, stammt und an der Kunsthochschule Kassel studierte, bereits unter anderem für Krebskranke verwirklicht. (asp)
www.siglinde.kallnbach.de

Kölner Stadtanzeiger, 4. Dez. 2015
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                     Kunstforum International, Bd. 237,Dez. 2015/jan. 2016

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zitiert aus dem Artikel "Den düsteren Ernst der Vorgabe verlassen",
Kölnische Rundschau (1.Dez. 2015) 
"... Siglinde Kallnbach klebte zahlreiche kleine, mittels Origami-Technik gefaltete Papier-Kraniche in ihr Bild. 'Ursprünglich hatte ein Mädchen Tausende dieser Kraniche in Hiroshima nach dem Atombombenabwurf gefaltet. Nach Fukushima habe ich das aufgegriffen', erläutert die Künstlerin. Dem Betrachter entgeht in diesen Tagen nicht, dass ihre Kraniche alle in den Farben der französischen Trikolore gehalten sind: 'Dabei habe ich das Bild am Tag vor den Attentaten in Paris hier abgegeben', sagte Kallnbach selbst etwas sprachlos. ..."
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Performance für Henriette Reker

Kunstforum International Okt. 2015

http://www.kunstforum.de/nachrichten.aspx?id=10873
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KUNSTFORUM INTERNATIONAL online Okt. 2015:  Link

Foto: Siglinde Kallnbach schwarz-rot-gold
Deutsche Einheit

Bereits Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre führte die Künstlerin Siglinde Kallnbach Performances zum Thema „Neo-Faschismus und Ant-Faschismus“ und „Deutsche Einheit“ durch: eine Aktion mit verschimmelten Würstchen zum „Bürgerfest der Bundesrepublik Deutschland“ 1989 in Kassel brachte ihr Verwünschungen aus der rechtsradikalen Szene ein; ihr Performance „Das Lied der Deutschen“ im gleichen Jahr mit einem Wellensittich als Mitakteur hatte ein aufsehenerregendes Gerichtsverfahren zur Folge, weil der Vogel in Eipampe getaucht wurde. In zwei Instanzen erzielte Siglinde Kallnbach jedoch 1990 einen Freispruch, weil das Gericht ihr attestierte, die Performance sei „avantgardistische Kunst und nicht etwa eine Zurschaustellung des Wellensittichs... oder Verdummung des Publikums“, zumal Wellensittich Hansi den Auftritt unbeschadet und putzmunter überstanden hatte. Die Betroffene habe „sich auf ihre Art mit dem Thema“ der Nationalhymne auseinandergesetzt, bescheinigte ihr der Richter in der Urteilsbegründung: „... damit greift das Freiheitsrecht des Art. 5 Abs. 3 (GG) und schützt auch die Betroffene als Performancekünstlerin“. Eine hohe Zeitaktualität hätte auch heute – ein Vierteljahrhundert später - immer noch Kallnbachs sechsstündige Performance auf dem Claraplatz in Basel, als sie dort mit zugeklebtem Mund und bewegungslos in einem Eisenkäfig ausharrte. „Damit erinnerte sie als Deutsche im Ausland an die Reichspogromnacht in Hitlerdeutschland und an die überfallenen Asylanten im heutigen Deutschland“, hieß es dazu in einer Ankündigung. Der Galerist Dirk Balke, Organisator der Ausstellung „25 Jahre deutsche Einheit“ mit Thomas Baumgärtel und Harald Klemm in der Ausstellungshalle der Düsseldorfer Künstlerinitiative „Werft 77“, lud die Künstlerin ein, dort zur Finissage dieser Ausstellung am 18. Oktober 2015 eine ihrer „Stückwerk“-Performances zum Thema aufzuführen (ab 14 Uhr, Reisholzer Werftstraße 75-77, Düsseldorf-Reisholz).
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"Traumhaftes aus dem banalen Leben
- Ausstellung Siglinde Kallnbach und Jürgen Raap zeigen ihre Werke
gemeinsam im Kunstraum Ba Cologne
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( Auszüge)
 








(Auszüge) Kölner Stadtanzeiger, 14.4.2015
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Kunstforum International online, April 2015

Ahlen: Hommage an Arnulf Rainer

Um die Bewahrung der Freiheit in der der Kunst im politischen Klima nach dem Attentat auf die „Charlie hebdo“-Redaktion ging es bei einer Performance-Matinée im Kunstmuseum Ahlen: Die Zensur und vorauseilende Selbstzensur bei Karnevalsumzügen und in Ausstellungen bildete einen dramaturgischen roten Faden in der „Stückwerk“-Performance von Siglinde Kallnbach. Aus Anlass des 85. Geburtstags von Arnulf Rainer zeigte das Kunstmuseum Ahlen von dem Wiener Künstler Gemälde und Grafiken. Die Museumskuratorin Susanne Buckesfeld lud Siglinde Kallnbach zu einer „Hommage“-Performance an Rainer ein. Obwohl Arnulf Rainer sich der Gruppe der Wiener Aktionisten eigentlich nicht zugehörig fühlte und sich vom Tafelbild auch nicht so radikal abwandte wie etwa Otto Mühl und in den 1960er Jahren desgleichen Hermann Nitsch, so ist seine Malerei dennoch in großem Maße auch durch performative Elemente charakterisiert: da beide Künstler sich in ihren Arbeiten intensiv mit einem physisch-leiblichen Aspekt auseinandersetzen und beide auch den Atombombenabwurf von Hiroshima zum Thema ihrer Kunst machten, war es stimmig, gerade Kallnbach für einen solchen Performance-Beitrag auszuwählen. Verletzung und Verletzlichkeit, Versehrtheit nach einer Brustkrebsoperation, Bedrohung, Gewalt und Sexismus in der Gesellschaft, Angst, Befreiung und Überwindung bildeten einen Assoziationsrahmen, den Kallnbach mit einer beklemmenden atmosphärischen Dichte inszenierte. Sie nagelte ein weißes Kleid mit Beschriftungen in Kreuzform an die Wand (neben das „Kimonokreuz“ von Arnulf Rainer), verlas die Begründungen der Karnevalisten, warum diese nach dem Pariser Attentat bei den diesjährigen Umzügen keine „Je suis Charlie“-Statements sehen wollten, und Drohbriefe, die sie Anfang der 1990er Jahre selbst nachihren Performances und Installationen in Kassel erhalten hatte.

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KUNSTFORUM INTERNATIONAL
Bd. 232, April-Mai 2015
und KUNSTFORUM INTERNATIONAL online, Februar 2015

              Siglinde Kallnbach: Stückwerk-Performance, Köln, 6.02.15

              (kurz nach Bekanntgabe des Herausnehmens des Charlie-Wagens
              aus dem Kölner Rosenmontagszug)

                                        Stückwerk-Performance

                       

                                                               Foto: Friedhelm Schulz

Etwas zu voreilig und zu vollmundig kündigten Christoph Kuckelkorn, künstlerischer Leiter des Kölner Rosenmontagszuges, und das Festkomitee Kölner Karneval für den diesjährigen Umzug einen Mottowagen mit „Charlie Hebdo“-Motiv an. Doch dann machten die Obernarren wieder einen Rückzieher: „Im Nachhinein müssen wir erkennen, dass es möglicherweise keine so gute Idee war, den Entwurf so frühzeitig zu präsentieren und damit einen langen Zeitraum für die Entwicklung von Schreckensszenarien zu lassen“. Die kleinlaute Kehrtwendung, auf einen solchen Karnevalswagen für die Freiheit von Satire und Persiflage dann doch lieber zu verzichten, machte die Künstlerin Siglinde Kallnbach zum Thema ihrer „Stückwerk“-Performance anlässlich der Vernissage der Ausstellung „Ritualbilder“ im Kölner Kunstraum „Ba Cologne“.
Aus Fotokopien mit der Entwurfszeichnung schnitt sie aus dem Text „Ich bin Charlie“ den Namenszug aus, fügte diese „Zensurschnipsel“ dann in ihre Exponate mit „Ungeschehenen Bildern“ ein und verteilte die Blätter mit dem getilgten Namen ans Publikum. Die Körpersprache und -symbolik war bewusst eindeutig inszeniert: Kallnbach reckte den Arm wie die New Yorker Freiheitsstatue hoch, hielt dabei nicht eine Fackel, sondern Bleistifte als Symbol der Meinungs- und Pressefreiheit hoch.
Zugleich erinnerte die Pose auch an das berühmte Bild von Eugéne Delacroix über die Französische Revolution, wobei hier die halb entblößte Brust den Blick auf die Narbe nach einer Brustkrebsoperation frei gab.         
Seit sie 2011 bei einer Performance an einer Kopfbandage fast erstickt wäre, macht Siglinde Kallnbach keine Aktionen mit physischer Gefährdung mehr und nennt ihre Solo-Auftritte auch nicht mehr „Performance“, sondern Stückwerk.

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Rheinzeitung Koblenz, Kultur, Artikel von Frau Dr. Liselotte Sauer-Kaulbach, 20.11.14
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Kölnische Rundschau, 4.12.2014


"zweiter Kunstsalon in der Galerie Eyegenart ist eröffnet
... bei Jürgen Raap fährt eine Straßenbahn der Linie 7 durch eine bunt und üppig bewachsene Allee. Und im Szenario 'Gefährliche Freunde' läuft eine Raubkatze auf
ein gelbes Telefonhäuschen zu, auf dem ein Uhu hockt ...

... aber auch politisch. So sind im Schaufenster Spiegelobjekte plaziert, mit jeweils
einem Buchstaben der gefährlichen Seuche 'Ebola'. Siglinde Kallnbach hat die kleinformatigen Bilder mit den Spiegelrahmen gefertigt. Dass sich jeder Besucher zum
Teil auch selbst in den Bildern sieht, soll verdeutlichen: Die Epidemie geht uns alle an. Der Verkaufserlös wird an 'Ärzte ohne Grenzen' gespendet.
Bis zum 6. Februar 2015 ist die zweite Kunstsalon-Ausstellung in der Galerie 'Eyegenart'
an der Rothehausstrasse 14 zu sehen. die Öffnungszeiten sind Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils in der Zeit von 17 bis 20.00 Uhr sowie Freitag von 11 bis 14.00 Uhr
und von 17.00 bis 20.00 Uhr."

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Kölner Stadtanzeiger,  13.02.2013
zur Teilnahme des "a performancelife e.V." am 60sten Ehrenfelder Dienstagszug 2013:

"Eine Prise Kultur gab es im Zug, der 3 500 Teilnehmer hatte, die sich auf 75 Gruppen verteilten. Die Künstlerinitiative a performancelife zeigte tolle Kostüme und dazu Kunstwerke von Jürgen Raap."
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Kölnische Rundschau, 17.05.2012
Tanz auf den grauen Dächern des Veedels (Auszug)

Siglinde Kallnbach stellt den Gästen gern ihr Projekt „a performancelife“ vor, bei dem sie auf allen Kontinenten schichten- und generationsübergreifend Unterschriften sammelt – als Solidaritätskundgebung für krebskranke Menschen. Spiralförmig sind die Unterschriften angeordnet, die einzelnen Bilder nur Ausschnitte einer lebenslangen Performance.
Doch im Atelier, das sie gemeinsam mit Jürgen Raap in der Senefelderstrasse unterhält, konnten die Besucher im Rahmen der „kunstroute Ehrenfeld“ ... unschwer feststellen, daß sich nur wenige Künstler so intensiv mit ihrem Veedel auseinandersetzen wie Kallnbach und Raap.
Mit t-Shirts gegen Extremismus
Ganz aktuell etwa Kallnbachs Collage auf der eine weiß gekleidete Frau geradezu engelhaft durch Straßen zu schweben scheint, in denen ein immenses Aufgebot an Polizeikräften am 8. Mai die Veranstaltung gegen die geplante Pro-Köln-Kundgebung an der Moschee sichert. „Nazi, You are not welcome!“ steht auf dem T-Shirt der jungen Frau und verkündet unzweideutig, daß Ehrenfeld kein Ort für braune Gewalttäter ist.
Auf dem Ölbild dagegen ist eine mit bunten Federbüschen bekleidete junge Frau zu sehen, die über grauen Dächern tanzt. Im Hintergrund ist das Hewlioshaus zu erkennen. „Diese Dächer gehören zu Schuppen und Werkstätten, die früher mal ungefähr an der Stelle standen, wo sich jetzt das Bezirksrathaus befindet,“ erklärt Jürgen Raap. „Diese Schuppen gab es schon um 1980, als ich aus dem Eigelsteinviertel hierher gezogen bin. Die Frau mit ihrem brasilianischen Kostüm soll an den Karneval erinnern.“ Eine Beschäftigung mit der Historie, der Gegenwart und den Gebräuchen Ehrenfelds ist auf den meisten der jüngeren Ölbilder, Collagen oder Fotografien von Kallnbach und Raap zu erkennen, wenn auch oft in verfremdeter, surrealer Form. Im kommenden Jahr wir der 125.ste Jahrestag der Eingliederung Ehrenfelds in das Stadtgebiet gefeiert, dazu planen wir eine Ausstellung.“, erklärt Raap."    ...
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bezügl. Ausstellung Siglinde Kallnbach
Fotografie, Video, Zeichnung, Multimedia, Performance
(Link)

im Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Aachen, 2008/2009
Presseerklärung des Ludwig Forums Aachen

"Noch bestimme ich! Wie Künstler mit ihren schweren Erkrankungen umgehen"
in KUNSTZEITUNG 145, Sept. 2008, ISSN 1431-2840                           in Englisch

"Siglinde Kallnbach 'Rheingold-Shinkansen / CUTS",
Ludwig Forum fuer Internationale Kunst Aachen"
in KUNSTFORUM INTERNATIONAL, Bd. 194, Nov--Dez. 2008 

"Ludwig Forum präsentiert zwei Zyklen der Kölnerin Siglinde Kallnbach"
in Aachener Nachrichten/Kultur und Aachener Zeitung/Kultur 25.09.2008

Portrait Siglinde Kallnbach, in WDR3 Hörfunk
Resonanzen, 9.10.08

WDR 3 Hörfunk, 30.12.2008

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Westdeutsche Zeitung Sa, 26.07.08
Ausstellung und Performance in der Galerie Artobes, Düsseldorf

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Rheinische Post, (Himmelfahrt) 2.05.2008
Ausstellung und Performance in der Galerie Epikur, Wuppertal

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bezügl. Ausstellung "Siglinde Kallnbach H-C - B-C - handicap beastcancer"
Fotografie, Zeichnung, Installation, Performance
Ausstellungsdauer 06. Oktober - 15. Oktober 2007 , KunstWerk Köln

  

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Artikel Koelner Ilustrierte Okt. 2007 / Kölnische Rundschau 11.10.2007  (Link)

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Online-Zeitung NRhZ, 24.10.2007  (Link)
bezügl. "a performancelife 3 D I
" - Performanceabend in der Ausstellung
in der Ausstellung "H-C - B-C - handicap beastcancer"

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Das Vorgängerprojekt "Wunschspur-Wishingtrack " (1999 - 2001)
und eine frühe Erwähnung (2003) des Projekts "a performancelife" in


KUNSTFORUM INTERNATIONAL
Band 165, JUNI / JULI 2003, Seite 323, AUSSTELLUNGEN  


SIGLINDE KALLNBACH, Wunschspur - Wishingtrack
Ausstellungsansichten im Stadtmuseum Siegburg


Stadtmuseum Siegburg, 7.3. - 20.4.2003 
von Jürgen Kisters 

Wie war das in der Kindheit, als man noch fest an das Wünschen glaubte? Und wie kann es gelingen, trotz unvermeidlicher gegenteiliger Erfahrungen, auch im Erwachsenenalter noch immer auf das Wünschen zu vertrauen? Dass viele Menschen tatsächlich auf dieser von Kindesbeinen an betretenen "Wunschspur" bleiben, zeigt ein gleichnamiges Kunst-Projekt, das Siglinde Kallnbach vor genau vier Jahren in Gang gebracht hat. Sie hat Menschen aller Art nach ihren Wünschen gefragt, und herausgekommen ist eine Flut beschriebener und bezeichneter Zettel, Briefe, Postkarten und Notizbücher, die von so ziemlich allem handeln, was das Leben gleichermaßen schwierig und lebenswert macht. Einige dieser insgesamt über 4000 gesammelten Wunsch-Bekundungen aus aller Welt, welche die Künstlerin zur Jahrtausendwende als 461 Meter lange Spur in einem unterirdischen Fernwärme-Versorgungstunnel auslegte, waren gerade ein wichtiger Teil in einer Ausstellung im Stadtmuseum Siegburg, wo Siglinde Kallnbach unter dem Stichwort "Wunschspur" zentrale Aspekte ihrer künstlerischen Arbeit präsentierte.
Den Schwerpunkt bildeten in den vergangenen zwanzig Jahren vor allem Performances und Aktionen, in denen Kallnbach in verschiedensten Ritualsituationen ihren eigenen Körper in die künstlerische Bresche warf, in Auseinandersetzung mit den Elementen der Erde und als Medium, in das andere Menschen ihre Phantasien und Wünsche hineinschreiben konnten. Dazu gehörte auch, dass sie auf ihren Reisen innerhalb und außerhalb Europas mit der Foto- und der Videokamera immer wieder solchen Kulturphänomenen nachspürte, die über alle kulturellen Grenzen und Systeme hinweg das Seelische und Körperliche der Menschen ganz grundsätzlich berühren; indem sie das Menschsein in ihren elementarsten Erfahrungen (be-)treffen: seiner unauflösbaren Nähe zum Material der Erde und zur Weite des Universums, der von Angst und Faszination begleiteten Dimension von Tod und Zerstörung und der unausweichlichen Verstrickung in die Möglichkeiten und Zwänge der Verwandlung.
So standen dann in der Ausstellung Fotos von Akteuren im Kölner Karneval ganz selbstverständlich neben Fotos eines Feuerlaufes der japanischen Yamabushi, eines uralten Reinigungsrituals, Fotos einer japanischen Teezeremonie (von einer knienden alten Frau in schlichter traditioneller Kleidung) neben Fotos, die Menschen (im zeitgemäßen Outfit) beim Beobachten einer Sonnenfinsternis zeigen. Es sind die winzigen, Vergleiche ermöglichenden Details, auf die es Kallnbach in ihren Fotos speziell ankommt: der demütigen Ruhe in dem einen Gesicht, dem entrückten Spaß in einem anderen, der Entschlossenheit in der einen Körperhaltung, der Zurückhaltung in einem anderen. An solch schlichten, aber grundlegenden Dingen, geprägt von Zusammenhang einer Kultur, einer Herkunft, drückt sich aus, wie (die) Menschen ihr Leben auffassen, gelassen oder gierig, in tiefer Sorge oder voller Hoffnung, demütig oder selbstgefällig-dreist.
Immer wieder ist es Japan, auf das Kallnbach ihren künstlerischen Blick richtet. Mehrfach hat sie das Land besucht, angezogen von seiner in den Augen der Westeuropäerin gleichzeitigen kulturellen Fremdheit und Vertrautheit. Hier in der Gestalt der Geishas auf dem Bahnhof in Kyoto beobachtet, dort im Erscheinungsbild der Menschen in einer Sushi-Bar im Tokyoer Stadtteil Shibuya flüchtig registriert. Im Zentrum ihres Interesses liegt ohne Zweifel der ganz gewöhnliche Alltag, seine banale Grundlage ebenso wie das, was über ihn hinausführt. Auch Kallnbach jüngstes Großprojekt "a performancelife", eine Art Fortführung ihrer ersten Wunschspur-Aktion, war zunächst in Japan angesiedelt. Während sie im Herbst letzten Jahres im Rahmen eines Stipendiums des Aomori-Zentrums für Moderne Kunst mehrere Monate dort verbrachte, bestand eine zentrale Aktivität in einer "Aktion für Gesunde und Kranke zum Thema ‚Solidarität mit Krebskranken'.
Im Mittelpunkt stand das Sammeln von Zeichnungen, Wünschen und Unterschriften von Menschen an unterschiedlichsten Orten in Japan, die zum großen Teil auf weißen Arbeitsanzügen verewigt wurden. Mit diesen Anzügen bewegte sich die Künstlerin selbst als eine lebendige und bewegte Wunschtafel zwischen den Leuten, indem sie die auf Gesundheit und Überleben bezogenen Gedanken und Vorstellungen sichtbar vor Augen führte, die in vielen Köpfe in der Regel versteckt vor sich gehen. Neben einem Dokumentationsvideo sind die Anzüge in der Siegburger Schau gleichermaßen in der Luft schwebend inszeniert, ähnlich wie das Wünschen selber eine schwebende Angelegenheit ist. Solange man wünscht, hält man das Leben in der Schwebe, sogar dann noch, wenn die Tatsachen des Lebens unumstößlich feststehen und das eigene Schicksal aufs Äußerste festgezurrt ist. Spannt sich nicht von dort ein kontinuierliches Band von der naiven Wunschgläubigkeit der Kindertage bis zum bisweilen utopischen, bisweilen verrückten Potential der Kunst, mit dem Erwachsene ihren Wünschen immer wieder auf die Sprünge helfen?
Solange man wünscht, dass die Dinge einen bestimmten Lauf nehmen sollen, glaubt man an die Offenheit und Beweglichkeit des Lebens. Und solange man wünscht, dass alles anders werden könnte, gibt es einen Entwurf des Lebens in die Zukunft. Genau das ist die grundsätzliche Botschaft in der Kunst Siglinde Kallnbachs, die in der Ausstellung zunächst disparat und fetzenhaft erscheint. Sehr viel hat sie hineingepackt in das Ausstellungsensemble und nichts darin ergibt sich auf den ersten Blick. Die Verbindungen zwischen den Bildern, Schriftstücken und Objekten wollen geduldig hergestellt werden, bevor die ausgelegte Wunschspur auf die Fährte der eigenen Wünsche führt. Und auch das berührt durchaus einen grundsätzlichen Charakter des Wünschens: dass die splitterhafte Fülle der Dinge und Erfahrungen eine einheitliche Gestalt annehmen mögen und die Komplexität und das Verlangen des Wünschens endlich ihre Erfüllung finden.
Doch stattdessen ist auch das Wünschen nicht anders als das Leben selbst. Die Menschen wünschen einmal, dass es anders wird, dann wieder, dass es so bleibt wie es ist. Das Wünschen wechselt häufig seine Richtung und seinen Inhalt, manchmal innerhalb von Sekunden. Zugleich gibt es grundlegende, alles überspannende Wünsche: Gesundheit, Frieden, Glück. Und so schlängelt sich das Wünschen in kurioser Hartnäckigkeit durch unsere Existenz wie durch Kallnbachs Kunst, indem es das eigene Handeln selbst dort (oder gerade dort) stärkt, wo es scheinbar am Ende ist und für einen Augenblick nicht weiter weiß. Siglinde Kallnbachs Kunst will dabei vor allem das Vertrauen darin stärken, dass das Wünschen immer hilft. "Es geht darum, Kräfte der Hoffnung zu mobilisieren und dem Gefühl der Ohnmacht entgegenzuwirken", sagte sie anlässlich der Performance, die sie am Ostersonntag im Rahmen der Ausstellung aufführte. Allein durch die Energie, die das Wünschen freisetzt, können Dinge bewegt werden. Es geht häufig nicht um die Inhalte des Wünschens, sondern vielmehr um die Kraft des Wünschens selbst. Denn auch wenn das Ergebnis des Wünschens verfehlt wird, so hat der Prozesse des Wünschens seine Wirkung getan. Genau das bestimmt letztlich die paradoxe Erfahrung, die das Wünschen so notwendig und gleichermaßen so zwiespältig macht. Es führt von der Realität weg, indem es zur Realität hinführen will. Und genau in diesem Punkt erscheinen das Wünschen und die Sphäre der Kunst ein und dasselbe zu sein.
Katalog "Wunschspur - Wishingtrack": Salon Verlag, 48 Seiten,18 Euro

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      z.B. vier volle Aktenordner Presseartikel aus den vorangegangenen Jahren

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